Auschwitzüberlebende spricht zum Gedenken an die Pogromnacht - 11. November 2019

Wetteraukreis (pdw). In einer gemeinsamen Veranstaltung von Wetteraukreis, Stadt Büdingen und dem Büdinger Geschichtsverein wird Éva Fahidi, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz am Montag, dem 11. November 2019, um 19 Uhr im Heuson-Museum in der Rathausgasse 6 in Büdingen sprechen.

Éva Fahidi, 1925 in Ostungarn geboren, wurde im Alter von 18 Jahren mit einem der letzten Transporte aus Ungarn nach Auschwitz deportiert. Dort wurden ihre sieben Jahre jüngere Schwester und ihre Mutter sofort ins Gas geschickt. Der Vater starb an den unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Éva Fahidi verlor im ersten Monat 15 Kilo an Gewicht. „Wir aßen Dinge, die abscheulich rochen und von denen man nicht wusste, was es ist, aber es war das einzige, was es gab.

Wenn man in Auschwitz war, hat man zwei Leben - eines davor und eines danach

Fast 60 Jahre lang konnte Éva Fahidi über ihre Zeit im Kon-zentrationslager Auschwitz und später in Buchenwald nicht sprechen. Dann brach es aus ihr heraus. Heute sagt sie: „Ich werde verrückt, wenn ich nicht darüber reden kann. Es hilft mir, darüber zu sprechen, und es ist mir wichtig, wenn Menschen mir zuhören“. Éva Fahidi sagt, dass das Leben sie nicht geschont hat, „und deshalb schone ich auch niemanden mit meinen Geschichten“. Sie sorgt sich darüber, dass der Holocaust verfälscht, die Geschichte der Ermordung der Juden verharmlost wird. „Wer seine Angst hinter sich lassen kann, muss nicht mehr hassen, denn Hass erzeugt nur neuen Hass. Dabei sollten wir unseren Nächsten zumindest tolerieren.“

Éva Fahidi hat gelernt, mit ihren traumatischen Erlebnissen umzugehen. Im Alter von 90 Jahren entwickelt sie zusammen mit einer Tanzchoreografin ein Stück: „Strandflieder oder die Euphorie des Seins“, ein tänzerischer Dialog, in dem sie ihre Geschichte erzählt. Das Stück war jahrelang in Budapest aus-verkauft und feiert auch auf Gastspielen in Deutschland und Österreich Erfolge.