Landwirtschaft

4.1.2/1
Vorschneider
Austauschteil (Vorschneider) für einen Pflug oder Grubbergestell. Schmiedearbeit.
Handschriftlich: Gerhard... (zweites Wort nicht zu entziffern).

4.1.3/1
Mistgabel
Mistgabel mit vier ca. 16,5 cm langen, gebogenen Zinken. Breite der Zinken zwischen 0,4 und 1 cm. Zum Ende hin die beiden äußeren Zinken zum Verbindungsstück hin gebogen. Am Ende ein 7,5 cm langer, 1,3 cm breiter und 1 cm dicker Finger, mit dem die Gabel am Holzstiel befestigt wurde.
Aus Uettingen (Unterfranken), Dorfschmiede (aufgelöst Mitte der 1960er Jahre).

 

 

4.1.6/3
Spaten, ca. 18. Jh.
Kürzerer Spaten, dessen Blatt, Stiel und Handgriff in einem Stück aus Holz gefertigt sind. Mit Muldengriff. Der untere Teil des Blattes wird von einem abgerundeten Eisenblatt eingefasst, das auf beiden Seiten in einem schmalen Eisenblatt ausläuft, das die Kanten des Holzblattes bis zum Stielansatz einfasst (angenagelt). Die Form des Blattes ist ungewöhnlich.
Am Stielende: auf der einen Seite (in Schreibschrift) ein großes H stehend und ein großes H liegend, dazwischen ein Punkt. Auf der anderen Seite zwei untereinander stehende große H's, mit Punkt dahinter.

4.1.6/4
Fugenkratzer, der zum Beetreinigen benutzt wurde, ca. 1950
Werkzeug/Gartengerät mit flacher, vorne gebogener Metallklinge und gedrechseltem Handgriff. Die vorderen ca. 3 cm der Klinge sind einseitig links angeschliffen und breiter als der Rest, der nahezu gerade bis zum Griff verläuft. Die Klinge ist mit Hilfe eines Metallrings im Griff fixiert. Der Griff selbst wird von der Klinge zum Ende hin deutlich breiter.

4.1.6/5
Harke
Vierzackige Harke mit etwa im 90 Grad Winkel gebogenen Zinken aus flachem Bandeisen. Abstand zwischen den Zinken: 3,6 bis 4 cm. Die Endspitzen sind abgerundet. Die Harke selbst ist in einer Tülle aus Eisen befestigt, die sich zum Stiel hin konisch erweitert. In der Tülle sind noch Reste eines Holzstiels.
Aus Uettingen (Unterfranken), Dorfschmiede (aufgelöst Mitte der 1960er Jahre).

 

 

 

4.1.6/6
Hacke, ca. 1. Drittel 20. Jh.
Breite Hacke mit einer Stärke von ca. 2 mm. Am hinteren Ende ist die Platte schmaler als an der Arbeitskante. Eine massive Tülle in 4 bis 5 mm Stärke hält die Platte. Die Halterung ist am vorderen Teil v-förmig in zwei Bänder geteilt, deren Enden nach einem rechtwinkligen Knick mit runden Nieten an der Arbeitsplatte befestigt wurden.

 

4.1.6/9
Bügelharke, Mitte 20. Jh.
Fünfzinkige Harke. Im tragenden Eichenkantholz sind zwei Bohrungen, jeweils im Winkel von ca. 25 Grad zur Zweiwegbefestigung am Stiel. Über den Zinken ein Stabilisierungsquerband.
Aus Uettingen (Unterfranken), Dorfschmiede (aufgelöst Mitte der 1960er Jahre).

 

4.1.6/10
Hacke
Ein 15,5 cm langes und 13,3 cm breites flach geschmiedetes Viereck, das auf der einen Seite sehr flach zu einer scharfen Kante geschmiedet ist. Die andere Seite ist leicht abgerundet und endet in einer ca. 5 cm langen und 3,8 cm breiten Tülle. Die Tülle ist durch ein Dreieck fest mit der Platte verbunden. In dem Dreieck steht H.V.S. Auf der Platte sind die Buchstaben HB nachträglich eingeritzt.

 

 

 

 

4.2.1/3
Sichel, ca. 18. Jh.
Kleine Sichel ohne Holzgriff, halbrund geschmiedet, ziemlich breit, keine Spitze. Am Ende der Klinge ein langes, flachkantiges Stück zum Einzapfen in einen Griff.

 

 

4.2.1/6
Sichel, ca. 1920
Die Sichel besteht aus einer sich nach vorn verjüngenden, konkav gekrümmten Klinge mit hölzernem Handgriff. Sie ist mit zwei Flügelschrauben an einem um ca. 90 Grad gekrümmten Stiel verbunden; dieser steckt vollständig im Holzgriff.

 

 

 

 

4.2.1/9
Sichel, 1. Viertel 20. Jh.
13 cm langer Holzgriff; Stahlsichel im Griff fest befestigt mit einem Widerhaken auf der anderen Seite des Griffes.

 

 

 

4.2.1/10
Sense mit Gestell, etwa um 1900
Sense mit rundem, ins achtkantige übergehendem Stiel. Die Sense ist mit einer Vierkant-Inbuszwinge am Stiel befestigt. Mittig am Stiel ein eingezapfter Handgriff aus Apfelholz. Zur Mähposition hin ein um 90 Grad nach oben abgewinkeltes Lattengestell, das an drei Stellen mit dem Stiel verbunden ist. Das Gestell besteht aus 2 Querlatten, in die insgesamt 6 dünnere, kürzere Latten eingezapft sind. Zusätzlich dazu sind in Sensenrichtung 5 dolchartige, entrindete dünne Äste angebracht, jeweils ca. 50 cm lang.

4.2.1/5
Wetzsteinbehälter, ca. 1900 (oder älter)
Kelchförmiger Trichter aus Tierhorn (Rind ?) herausgearbeitet. Wandung teils durchscheinend. Am oberen Rand sowie unten oberhalb des Spitzendes zwei parallel umlaufende Rillen (Dekor).
Auf der einen, etwas abgeflachteren Randfläche findet sich mit zwei abgeknapsten Nägeln befestigt eine dünne Platte, aus der, etwas vom Korpus abstehend, ein sich nach unten zuspitzender Halterungsgriff abzweigt. Links bzw. rechts des Griffs befinden sich Monogrammbuchstaben: Links sehr undeutlich: H; rechts noch recht gut: M.

 

 

 

 

4.2.1/7
Wetzsteinbehälter, ca. 1900
Pokalartig geformter Trichter mit geradem, dicht anliegendem Griff. Der obere Teil beginnt mit glatter Außenwandung, zeigt sich dann über 6,5 cm Länge radial gerippt. Aus Holz herausgearbeitet in diesem Rippteil eng anliegender rechteckiger, schmaler Griff mit abgeschrägten Außenkanten. Von Rippteil an verjüngt sich der Zylinder mit glatter Außenfläche. Zum Abschluss nach einem umlaufenden Wulstring läuft das Objekt zu einer stumpfen Spitze aus.

4.2.3/1
Strohgabel
Die zweizinkige Gabel, an deren Rückseite man noch den Schmiedevorgang an den Zinken erkennen kann, endet in einer Tülle für den Stiel, die oben dreieckig ausgeschnitten ist. In der Vorderseite der Tülle ist ein Nagelloch. 

4.2.3/2
Heidelbeer-Reff, ca. 1850
Rechteckiger Kasten, bestehend aus zwei oben abgeschrägten Seitenwänden auf kleinerem Brett mit geraden Kanten aufgesetzt. Auf oberer Seite Holzgriff zwischen den Längsseiten montiert. Bodenbrett mit kammartigen Zinken (11 cm lang) verleimt.

 

 

4.3.1/1
Dreschflegel, um 1900
Dreschflegel mit langem Holzstiel, an dessen oberem Ende eine aus einem Eisenband gefertigte Öse befestigt ist. Der schwere Flegel ist an einem Ende 6-fach durchbohrt, um die gefaltete, aus schwerem Leder bestehende Aufhängung mittels eines Lederbands zu befestigen. Das Lederband ist auf einer Seite mehrfach über Kreuz geflochten und an einer Stelle verknotet. Die Verbindung zwischen Lederlasche am Flegel und Eisenöse am Stiel besteht aus zwei doppelten Lederriemen, die ebenfalls verknotet sind.

4.3.2/1
Kartoffelseiher
Halbkugelförmiger Korb mit umlaufendem oberen Rand aus flachem, ca. 1,5 bis 2 cm breitem Eisenband. Mittig in Längsausrichtung verläuft ein ebensolches Eisenband; links bzw. rechts davon finden sich runde Eisenstäbe unterschiedlicher Länge. Alle Stäbe sind nach unten ausgewölbt gebogen (Korbform) und an ihren Enden mit Nieten (Buckelköpfen) am Randband befestigt. Auf einer Seite dieses oberen Randes befindet sich ein mit drei massiveren Nieten angebrachtes Eisenstück, das sich nach oben zu einer ca. 8 cm langen Stieltülle ausweitet.
Aus Uettingen (Unterfranken), Dorfschmiede (aufgelöst Mitte der 1960er Jahre).

 

 

4.3.3/1
Mahne, 2. Drittel 20. Jh.
Rundes Bodenmittelteil (Durchmesser ca. 7,5 cm) mit Blütenmuster. Von diesem Rund verzweigen sich eine größere Anzahl von Drahtstäben, die vor dem Abknicken nach oben auf einem umlaufenden stärkeren Drahtring aufgeschweißt sind. Nach dem Abknick gehen die Stäbe über eine Länge von 37 cm nach oben (mit leichter Außenneigung). Zusammengehalten werden sie in ziemlich regelmäßigen Abständen (ca. 5 cm) von umlaufenden Drahtringen (gleiche Stärke wie Stäbe), um oben im umgefalzten Metallbandring zu enden. An diesem Ring sind gegenständig zwei Tragegriffe angeschweißt. Diese sind an der Oberkante nicht geschlossen, sondern spaltbreit offen.


4.3.3/3
Körbe, Mitte 20. Jh.
Korb a: Runder, geflochtener Korpus mit zwei Griffen und zwei sich am Boden kreuzenden Bändern. Korb b: Gleich wie Korb a, aber ohne Bänder.

 

 

 

4.3.5/4
Strohhaken, Anfang bis Mitte 20. Jh.
Gebogener, flacher vierkantiger Eisenhaken, der an der inneren Krümmung gezahnt ist (vom Stiel her größere, zur Spitze hin kleinere Zackenbreite). Am hinteren Ende ist das Flacheisen zur Tülle hin mit zwei schmaleren Enden überlappend gebogen. Darin steckt noch abgeschnitten der Rest eines Holzstiels. Dieser ist mit einem Schmiedenagel (quadratischer Kopf) fixiert.  

 

4.3.5/6
Heuhaken, ca. Anfang 20. Jh.
Ein 13 cm langer, runder Holzgriff mit einem gebogenen Eisenhaken, der an einem gebogenen Eisenschutz für die Hände angebracht ist. Der Holzgriff ist aufgeplatzt.

 

 

4.4.2/1
Rindenschäler, um 1950
Gerät mit armlangem Stiel und dreieckigem Kopf. Der Kopf besteht aus einer an allen Kanten angeschliffenen Metallplatte in Form eines Dreiecks mit drei verschiedenen Arbeitskanten: Kante 1 ist gerade, Kante 2 ist nach innen gebogen, Kante 3 nach außen. Die Platte ist mit Hilfe einer Schraube in dem Stiel fixiert, sitzt aber nicht direkt im Holz, sondern in einem Metallring.

 

4.4.3/2
Weinheber, um 1900
Lange, schmale zylindrische Form mit sich nach unten verengender Spitze (abgebrochen). Oben in der Höhe von beidseitigen Griffen verengt sich der Korpus, um sich zu einem kurzen, bauchigen Abschluss nochmal zu öffnen. Die Griffe sind aus sehr dickwandigem Glas.

4.4.3/3
Weinfassverschluss, 1. Drittel 20. Jh.
Eine 4,5 cm dicke Holzplatte, die an einem Ende abgerundet, am anderen über etwa 6 cm Länge an der Unterseite keilförmig abgeflacht ist. Im unteren Drittel zum Keil hin eine durchgehende runde Öffnung mit 4 cm Durchmesser. Im oberen Drittel ist mittig mit einer massiven Vierkantmutter eine drehbare Vorrichtung angebracht. Diese ist auf der Unterseite glatt und oben mit unterschiedlichen Abstufungen gearbeitet. Sie ragt bei Drehung über die untere Platte hinaus. 
Aus Uettingen (Unterfranken), Dorfschmiede (aufgelöst Mitte der 1960er Jahre).
Weinfassverschluss

 

 

4.4.3/4
Handverkorker, 1. Drittel 20. Jh. oder später
Ein länglicher Holzzylinder, aus zwei Teilen zusammengesetzt. Länge des unteren Teils 8,7 cm, des oberen 12 cm. Der untere Teil ist auf halber Höhe verengt. Am unteren Ende ist eine ca. 2 cm tiefe Höhlung ausgestanzt. Im Bauch des Geräts befindet sich eine Metallröhre, die sich vom unteren Ende her zum Aufsatzring des oberen Teils hin erweitert. Nach dem nur durch eine Ritzlinie rundum angezeigten Aufsatzring ist der obere Teil über die ganze Länge an einer Seite aufgeschnitten. In der Höhlung verläuft ein beweglicher, runder Holzstößel (auf ca. 14 cm ausziehbar), auf dessen unteren Ende eine Metallkapsel aufgesetzt ist. Am oberen Ende des Stößels befindet sich ein stabiler, runder Knaufgriff von 4,2 cm Durchmesser.   

 


 

4.4.3/8
Weinfass, Ende 19./Anfang 20. Jh.
Ein rundes, kleines Holzfass, mit vier Eisenreifen gebunden. Ein mit einem Korken verschlossenes Mittelloch auf einem aufgesetzten Holzklötzchen (kein Spundloch).
Im Boden und im Deckel ein eingefräster Schriftzug: "Schiel" in Kursivschrift.

 

 

 

 

 

4.4.4/1
Tabakschneider, etwa Anfang 20. Jh.
Tabakschneider, der mit Hilfe von zwei Dreiecksfüßen auf einer Platte aufgeschraubt ist. Darauf aufliegend eine längliche Wanne: Seitenwandung 4,7 cm hoch; keine Wandung an beiden Schmalseiten. Im Wannengraben befindet sich eine schräg laufende, rechteckige Metallplatte, die an einem Ende mittels eines Metalldrahts in der Seitenwandung beweglich fixiert ist. Auf dem Wannenboden befindet sich ein verschiebbares, rechteckiges Spanplattenstück. Auf einer Seite befindet sich ein ca. 23 cm langer Hebelgriff. Wird dieser nach oben bewegt, hebt er eine kurze, offene Schiene am entgegengesetzten Ende der Wanne. Diese Schiene wiederum hakt in einem Zahnrad ein, das eine unter der Wanne verlaufende Gewindestange dreht, die wohl die innen eingelegte Holzplatte nach außen verschiebt. An dieser Außenschmalseite setzt eine Schneidefläche des Hebels auf, sobald der Hebel nach unten gelegt wird.   

4.4.4/2
Tabakschneider, um 1940
Auf einer Holzplatte festgeschraubter Tabakschneider, bestehend aus zwei Dreiecksfüßen, auf denen eine rechteckige Wanne aufliegt. Auf einer Seite befindet sich ein 35 cm langer Hebelgriff. An der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Zahnrad mit 9 cm Durchmesser, das mit Hilfe eines Griffs bewegt werden kann. Das Zahnrad treibt eine unter der Wanne befindliche Spiralschraube an. Die Mechanik, die Schraube und Wanne miteinander verbunden hat, ist nur noch fragmentarisch erhalten.  

 

4.5.1/2
Kartoffel- und Apfelquetsche, ca. 1940
Quetsche für Lebensmittelreste für Tierfutter. Sie besteht aus einem Aufsatz und einem verzapften Untergestell. Die Quetsche hat 12 Doppelzinken und ein Eisengitter, das im Untergestell verankert ist. Das Untergestell ist aus Buche, die restlichen Hölzer sind aus Fichte.

 

 

 

 

4.5.2/1
Halsband, ca. 1900
Breites, stabiles Lederhalsband, das am oberen und unteren Rand mit einem umgelegten Lederstoßband gesteppt ist. Das Leder ist außen schwarz und innen braun. Außenverzierung: links und rechts der Schließöffnung befinden sich schwarze, flache muschelgeformte Ornamente, an deren einem Ende das Schließstück mit Scharnier angesetzt ist, das mit rechteckigem Schlitz in einer Eisenöse auf der Gegenseite eingelegt wird (Arretierung fehlt). Auf der gegenüberliegenden Seite ist aus gleichem Material eine Rosette angebracht, aus deren erhabenem Mittelrund eine drehbare Öse herausragt, in die wiederum ein Eisenring eingesetzt ist.
Links von der Rosette: ein großes H und ein kleineres G, rechts von der Rosette zwei Embleme und ein C.

4.5.2/5
"Milchklauer", 2. Hälfte 20. Jh.
Ein 13 cm langer Halbkreis (ca. 1 Drittel Kreissegment), an deren Rückseite 6 x 2,5 cm lange ca. 0,5 cm dicke nagelähnliche Spitzen befestigt sind. Mit 2 Nieten ist eine Art Halterung befestigt, wobei eine mit einer Schraube starr festgemacht ist, die zweite ist mit einer Flügelschraube beweglich. Ein Rind bekommt das Gerät in die Nase, damit es nicht saugen kann.

4.5.4/1
Rinderjoch, um 1900
Ein grün gestrichenes Holzjoch mit abgerundeten Enden, die sich erst verbreitern, um dann in einen breiten Einschnitt überzugehen (annähernd viereckig). Danach setzt sich der Balken in einem nach oben gezogenen Bogen fort. Die konkave Unterseite ist stärker gewölbt als die Oberseite. Auf dieser ist ein weiterer runder Bogen ausgeschnitten, der sich in konkaven Wölbungen an den unteren anschmiegt. Dazwischen befindet sich eine Lücke. Auf einer Seite sind an den Enden starke, runde Eisenringe angebracht, in denen s-förmig gebogene Haken stecken.

4.5.4/5
Kummet, ca. Anfang 20. Jh.
Das Kummet besteht aus mehreren Teilen: dem Kummetfutter und dem Kummetpolster, beides aus Leder, mit Stroh und Pferdehaar gefüllt, sowie den beiden hölzernen Kummetbügeln, die auf der Vorderseite mit Eisen beschlagen sind. An Vorder- und Rückseite der Kummetbügel sind oben die Zügelringe und unten die Zugringe und Haken für das Zuggeschirr angebracht. Ein Lederriemen umfasst das ganze Polster auf einer Seite mit einer Eisenschnalle, auf der anderen mit einer Messingscheibe. Die Kummetspitze ist zusätzlich mit Leder überarbeitet. Auf der Rückseite hat sie eine Schnalle für das Zuggeschirr.

 

 

 

4.5.5/2
Pferdegeschirr, Pferdegeläut, ca. 1900
Auf unterer gebogener Metallschiene, die sich an beiden Enden zu rundem Plättchen mit Mittellochung erweitert, sitzt mittig ein runder silberfarbener Stab auf, der sich nach Unterbrechung durch eine größere Schelle auf deren Oberseite fortsetzt in weiterem Metallbogen, der nach beiden Seiten auszweigt. Nach ca. 5 cm biegt der Stab nach außen und endet beidseits in kleinen Schellen. Die große und eine der kleinen Schellen sind auf ihrer Unterseite mit dreieckigen Metallplättchen bestückt, an deren jeweils gelochten Ecken ein- bzw. zweigliedrige Ketten mit Kugeln befestigt sind. Nach der Schellenabzweigung zeigen sich beidseitig Tier- bzw. Drachenköpfe, in deren Maul eine Art schmaler Kelch einsitzt. In dessen oberem gezackten Ende befinden sich mit Kordel umwickelte Stäbe, die den herunterhängenden Rosshaarschmuck tragen. Mittig über der großen Schelle sitzt auf einer kleinen Kugel eine kleine Adlerfigur mit ausgebreiteten Schwingen. Die beiden gebogenen Metallbügel sind goldfarben angestrichen, die Schellen und Kügelchen silbern. Das Pferdehaar ist weinrot eingefärbt. Siehe auch: 4.5.5/21a-b.

4.5.5/23a-e
Pferdegeschirr, Schmuckteile
a) Runde leicht nach vorne gewölbte Platte mit Durchbruchdekor. Im mittigen Kreis Pegasus als Motiv über eine Art Schildkrötenpanzer fliegend. Am oberen Ende ist eine breite Öse mit durchgestecktem Lederband. Auf der Rückseite der Rosette liegt ein tropfenförmiges, am Außenrand gezacktes Lederstück auf.
b) Gekrönter Wappenschild, an den Außen- und an den oberen Kanten eine Art geraffter Theatervorhang. Darstellung auf dem leicht gewölbten Schild: senkrecht aufgerichtetes Wappenoval (Ysenburger Balken?), links von stehendem Löwen gehalten, rechts der Kopf eines hinter dem Oval liegenden Löwen. Insgesamt sechs abgezwickte Stiftreste (wohl Befestigungsteile).
c-e) Runde, leicht nach vorne gewölbte Platten mit Reliefdekor. Um den Außenrand Blüten- bzw. Blattranken. Mittig eine opulente Krone mit Reichsapfel obenauf. Befestigungsbügel auf der Rückseite aufgelötet (zum Durchstechen auf Riemen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.5.5/24a-b
Pferdegeschirr, Schlittengeläut
Zwei gepolsterte Kissen in rechteckiger Grundform mit beidseits spitz zulaufenden Enden. Der Rücken der Kissen ist mit weinrotem Samt bezogen. Oberseite und Außenränder sind mit aus rotem Wollfaden umwickelten Kordelbändern zusammengefügt. Eine Kordel ragt jeweils aus einem spitzen Ende als Bindeband heraus (weiches Füllmaterial). Die Oberseiten sind mit je 40 Glöckchen in je 4 Reihen à 10 Stück besetzt, aufgereiht mit Hilfe von Ösen an den ummantelten Kordeln. Glöckchen in Knospenform mit je 4 Blütenblättern, die sich nach vorne schließen wollen. Blattmaserung eingraviert. In ihrem Inneren findet sich je Glöckchen ein Stahlkügelchen. 

4.5.5/25a-b
Pferdegeschirr, Pferdegeläut, ca. 1900
Je 10 Glöckchen bzw. Schellen aus Metall auf schwarzen Lederriemen. Gegengleiche Anordnung der Glöckchen (also für Zweiergespann). Je 6 kleinere messingfarbene, je 4 größere chromfarbene. Am Ende der Glöckchenreihe mit Lederbändchen angebrachte rote Wolltroddel. Schließen: bei a) viereckig mit Metalleinstecksteg, bei b) breiter Steg vorne, eher blechartiges Metall, Einstecksteg aus Leder. Befestigung der Schellenglöckchen: Glöckchenösen durch das Leder nach hinten gesteckt, die durch durchlaufendes Lederbändchen auf der Rückseite gehalten werden.

4.5.5/26a-b
Pferdegeschirr, Pferdegeläut, ca. 1. Hälfte 20. Jh.
Ein Paar Pferdegeläute. a und b) aus Eisenbügel von Scheitel aus nach oben gebogen (zum Aufschrauben auf Pferdehalsaufsatz: Bügelenden außen mit je einer Lochung). Mittig auf Scheitelpunkt aufsitzend ein Paar Glocken in Kalottenform: die Untere mit Öffnung nach oben, die Obere mit Öffnung nach unten; in Letzterer sind innen die Glockenkugeln angebracht. Auf der oberen Kalotte mittig auf nach oben gerichtetem Querbügel aufsitzender Adler, ein Kopf blickt nach rechts, der andere nach links. Wohl ein Paar für ein Zweier-Pferdegespann. An den sechseckig geöffneten Enden noch Reste von Gewinden: Hier waren wohl Rosshaaraufsätze anzubringen.

4.5.5/28
Pferdegeschirr, Pferdegeläut, um 1900
An das Pferdegeschirr aufschraubbares Geläut mit einem Glockenpaar und einer einzelnen höher angebrachten Glocke mit 2 Klangschalen. Angebracht ist das Ganze auf einem nach außen gebogenen Bügel mit senkrechter Achse. Auf der einzelnen Glocke ist ein Bügel aufgeschraubt. Die Bügelenden laufen in Trichtern mit gezackten Öffnungen aus, in dem Schweifhaar fixiert ist, das seinerseits durch Fäden an kleinen Hölzern befestigt wurde. Das grau-weiße Schweifhaar ist zum Teil blau eingefärbt. In den Glocken sind jeweils dreieckige Metallplättchen, an deren gelochten Ecken jeweils insgesamt drei an Ösen aufgehängte Metallkugeln befestigt sind.

 

4.5.5/29a-b
Pferdegeschirr, Fahrzaum mit Scheuklappen, 1918
Dickledriger, massiver Fahrzaum mit Scheuklappen für einen Kaltblüter. Der Stirnriemen ist mit kleinen nahezu ovalen Metallauflagen verziert, beiderseits des Zaums sind am "Kreuzungspunkt" der Riemen unterhalb der Ohren metallene Zierscheiben mit der Darstellung eine aufgeblühten Blüte. Die Backenstücke sind durch den Aufsatz zusätzlicher Lederstücke verstärkt. An ihnen befinden sich die Scheuklappen. Die aufgesetzten Stücke sind mit eingeprägten geometrischen Mustern verziert. Die Trense ist nicht direkt am Zaum befestigt, sondern beidseitig in große Metallringe gehängt. Der Riemen b) besteht aus einem Haken an einer kurzen Kette, der an einem längenverstellbaren Lederriemen befestigt ist, der seinerseits an einem karabinerartigen Haken hängt.

 

4.5.5/30
Pferdegeschirr/Gebissstück (Kandare für Zaumzeug), um 1920
Gebissstück aus Stahl mit Ösen an den Trensenringen, zum Halten der Zaumkette. Die Ringe sind verlängert mit pfeilförmigem Flachstahl und jeweils 2 eingefrästen, rechteckigen Riemenhalterungen. Das Gebissstück selbst weist leichte Querriffelungen auf.

 

 

 

 

4.5.5/31a-b
Pferdegeschirr, Fliegenschutz
Augen- und Ohrenschützer identischer Machart. Farbliche Unterschiede der Ohrschützer, eines in braun, das andere in türkis. Ohrschutz aus Leinenstoff, angenäht an einem gehäkelten Augenschutz in den Farben: Natur, Grün und Gelb aus Baumwollgarn (Stäbchenmuster einfach und dreifach). Den Abschluss bilden geknüpfte Fransen (Knoten).

 

 

 

4.6.1/1
Eimer mit Ausgießer
Großer Eimer aus Aluminium mit einem Tragehenkel aus Holz und Ausgießer. Auf der Innenseite des Eimers ist eine Markierung zu sehen, die zur Abmessung des Flüssigkeitsstandes dient. Der Eimer ist weiß lackiert und leicht angerostet.

 

 

 

 

 

4.6.1/2a-b
Milchkanne
Zylinderförmige Kanne mit Standring. Einziehend zu gerader Schulter und ca. 7 cm hohem Rand mit minimalem Abschlussrand. Am Rand oben gegenständig angebracht: eingebuchtete Außenhaken mit angebrachtem, klappbaren Verschlussbügel für den Deckel (Deckel fehlt). Außerdem ein Winkeleisen mit Loch (für Schlosseinlass?).
Trichter: 6,5 cm hoher, gerader Zylinder zum Aufsetzen auf die Kannenöffnung. Über dem sockelartigen Absatz weitet sich der Trichter dann zu einer gewölbten Wandung mit eingezogenem Wulstrand als Abschluss. Im Inneren befinden sich 3 runde Siebeinlagen. Sie liegen auf dem Sockelabsatz auf. Zwei davon mit gleicher Lochung, eine mit Knopfgriff obenauf (fehlt wohl beim anderen). Eine Einlage mit Wölbung zum oben mittig sitzenden Knopfgriff. Durchlässe nicht lochartig, sondern gezackte Linien (4 Reihen übereinander).

 

4.6.2/21
Butterstempel
Ovaler Butterstempel aus Ton mit flacher Handhabe. Am Boden ist er mit einem rundumlaufenden Blätterband und einem Anker verziert. Über den Anker hinweg zieht sich ein weiteres Zierband. Der obere Teil hat zahlreiche Fingerabdrücke der Ausformung, die außerdem als Griffhilfe fungieren. Die Kanten des Stempels sind unregelmäßig gearbeitet.



 

 

 

4.6.2/3a-b
Butterstempel, Anfang 20. Jh.
Butterstempel aus Ton in rechteckiger Form und jeweils einem mittigen Griff. Auf einem Stempel eine Figur mit einem Fass, auf dem anderen ein runder Topf mit Henkeln.

 

 

 

 

4.6.3/1
Käseseiher, ca. 1900
Leicht gewölbter konischer Doppelhenkeltopf mit gelochten Wänden und Boden auf drei kleinen Standfüßen. Henkel am oberen Rand ansetzend, profiliert, mit deutlichem Fingereindruck unter oberem Drittel angesetzt. Oberhalb der letzten Löcher drei rundum laufende braune Linien.
Rand nach außen ausschwingend mit schrägem Absatz für Deckelauflage. Standfüße schräg nach außen abgewinkelt mit aufgeschwungenem Fußknopf. Topf außen nicht, innen gelb glasiert.

 

 

 

4.8.1/2
Kiepe, 1878
Holzgestell aus 4 Kanthölzern, die durch 4 verzapft eingesteckte Brettstücke in unterschiedlicher Höhe und Ausformung verbunden sind. Die beiden oberen Lehnenstücke am oberen Rand wellig geschwungen. Das dritte Teil in Höhe des Auslegereinsatzes mit 2 durchgestochenen Löchern versehen. Das untere Teil ohne Zierrat und das Breiteste der Teile. Ausleger: Auf etwa halber Höhe beidseitig im rechten Winkel ebenfalls verzapft eingesetzt vierkantige Hölzer, die am vorderen Ende nasenartig gekerbt abschließen (beim rechten Ende unteres Stück der Nase abgebrochen). Auf dem oberen Rand der Auslegerhölzer (etwa mittig) eingekerbte Ausbuchtung (ca. 5,5 cm Länge und 1 cm Tiefe). An den vorderen Enden durchgestecktes Rundholz. Gestützt werden die Ausleger von unten durch geschwungene Flachhölzer, die oberhalb der untersten Querlattung enden.
Meyer, 1878, Breungeshain; Dieses Ding nennt man Reff, es wurde früher.......zu....Ich.........als ich 15 Jahre alt war...u.......aus in Glashütten junge Gänse holen sollte. Wippenbach, Wilhelm Meyer.

 

4.8.1/3
Tragejoch, 110 cm breites und 6 cm hohes Holzstück, in der Mitte 40 cm lange, 13 cm breite und 11 cm tiefe Tragekuhle mit Ausschnitt für den Hals. Das Holzstück verjüngt sich bis auf 3,5 cm an beiden Enden. An beiden Enden sind Ringeisen für die daran befestigten 60 cm langen Eisenketten mit jeweils 8 cm langen Eisenhaken.

4.8.5/1
Trichter, 1. Hälfte 20. Jh.
Weitmundiger Trichter mit gebogenem Henkel und angeschweißtem Einfüllstutzen. Der Einfüllstutzen wurde aus mehreren Metallblechrohrstücken gefertigt.
Gegenüber vom Henkel ein mit Punkten eingestanztes: "B".

 

 

 

 

 

14.2.4/7
Hochzeitsrechen, um 1900
Am Fußteil befinden sich beidseitig jeweils 18 Zinken. Die Zinkenhalterung ist schräg mit Bogenleisten stabilisiert. Der Stiel ist bis zur Hälfte mit verschiedenen Farben bemalt und mit verschiedenen Schnitzungen dekoriert. Die obere Hälfte des Stiels ist unbearbeitet. Die Bogenleisten sind mit Eisendraht durchzogen.